#016 Kündige diesen Blog

Ich falle sofort mit der Tür ins Haus: Kündige diesen Blog oder meinen Newsletter, wenn er nicht zu dir passt. What? Ja, richtig gehört. Drücke “Unsubscribe”, wenn dich Informationen und Inspirationen von mir nicht mehr interessieren. Warum?

Täglich wird unser E-Postfach mit zig Informationen geflutet. Wir bekommen Newsletter, Angebote, Einladungen, Coupons und Spam en masse. Besuchen wir unsere Social Media Plattformen, dann könnten wir dort scrollen, lesen, kommentieren, bis die Augen schmerzen. 👀  Nicht jedem gelingt es, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu entscheiden, was wirklich wichtig ist. Das Phänomen hat natürlich einen Namen:

FOMO – Fear of Missing out

Dieser Begriff hat es bereits in diverse Lexika geschafft und bezeichnet die Angst, etwas zu verpassen. Neu ist diese Angst nicht, denn es gibt sie, seitdem wir in Gemeinschaften leben. 

Erinnere dich, wie es war, als sich im Teenageralter die halbe Klasse zum Schwimmen verabredete und du eigentlich keine Lust hattest, an diesem Tag ins kalte Freibad zu gehen. Häufig bist du trotzdem gegangen. Sei es den Überredungskünsten deiner Freundinnen geschuldet oder weil dein heimlicher Schwarm hätte dort sein können. Ergo, du wolltest nichts verpassen und mit dabei sein. 

So ähnlich scheint es Menschen zu gehen, die im Social Media Bereich auf jeder Party mittanzen. Soziale Medien haben die Angst etwas zu versäumen, extrem verstärkt und inzwischen spricht man von einer ersten “Social Media Krankheit”. 

Feng Shui des Postfach-Entrümpelns

Vor vielen Jahren, lange bevor Mari Kondo ihre Bücher rausbrachte,  hat mir eine Freundin das Buch “Feng Shui des Entrümpelns” geschenkt. Sie war es leid, dass ich ständig mit so viel Kram umzog. Tatsächlich ist das regelmäßige Ausmisten und Verabschieden von Dingen inzwischen zu einer geliebten Routine von mir geworden. Digital geht es genau so.

Es war ein tolles Gefühl, als  meine E-Mail Inbox in der ersten Januarwoche auf 0 war. 🎈

Ganze 345 Mails (!) hatten sich dort angesammelt, weil ich dachte, dass ich sie gern lesen würde 🙄. Meist Nachrichtendienste und Newsletter ausirgendwelcher E-Mail Listen. Dazwischen fand ich ein paar Mails, die schlichtweg untergegangen waren und mir schlagartig klar machten, dass sich in meinem Postfach eine Art Info-Geschwür ausbreitete, dass nicht gut war. 

Ungelesen Mails habe ich einfach nicht gern in meinem Feld. Also machte ich Tabula rasa. Weg mit Newslettern, die eh nicht gelesen werden oder mich negativ beeinflussen. Ich war in Fahrt und habe gleich bei FB & Co weitergemacht. Raus aus überflüssigen Gruppen, deren Inhalte mich nicht mehr interessieren, die aber dennoch in meinem Feed erscheinen. Glaube mir, es ist die reinste Frischekur 🎈.

FOMO Barometer – Teste dich

Hat man nun FOMO oder ist man einfach nur vielinteressiert? Glaube mir als  vielinteressierte Scannerin habe ich meine liebe Mühe, fokussiert zu bleiben, wenn ich nicht mit Methoden arbeite. FOMO ist allerdings etwas anderes. Du erkennst es, wenn

  • Du dich mit anderen ständig vergleichst und dich gegebenenfalls sogar minderwertig fühlst, sobald du etwas Tolles von jemand anderen gelesen oder gesehen hast.
  • Du ständig deinen Social Media Account checkst und überprüfst, was bei deinen Freunden / Followern los ist oder wie dein Post “performed”. Likes und Kommentare machen dich happy, unkommentierte Beiträge enttäuschen dich.
  • Du beim Scrollen und Durchlesen anderer Posts ein schlechtes Gefühl oder sogar einen Druck bekommst. Die bunte heile und scheinbar interessante Welt der anderen stresst dich regelrecht.
  • Du zahlreiche Freebies mitnimmst und vor lauter Challenges, Webinaren und kostenlosen Content kaum noch dazu kommst, deine primäre Arbeit zu erledigen.
  • Du dir lange Gedanken machst, was du posten kannst und ob der Inhalt gut genug ist, um andere zu beeindrucken.
  • Du Dinge erfindest oder überhöhst, damit du überhaupt etwas vermeintlich Interessantes online stellen kannst.

5 Tipps für mehr JOMO statt FOMO

  1. Das Einfachste habe ich oben beschrieben: Trenne dich von Inhalten, die nicht mehr zu dir und deinem Business passen. Das sind Informationen, die direkt in einen “Später”-Ordner wandern, wo sie meist nie gelesen werden oder über die du schon lange hinwegscrollst. Außerdem können FB-Gruppen weg, in denen du nicht mehr aktiv bist oder aus denen du keinen wirklichen Mehrwert schöpfst. Probiere es aus. Du wirst sehen, es ist ganz einfach, tut nicht weh und ist völlig kostenlos. 
  2. Werde dir klar, warum du bestimmten Menschen oder Unternehmen folgst? Was machen die News/Posts von ihnen mit dir? Bereichern sie dich und /oder deine Arbeit? Geben sie dir Energie oder rauben sie dir welche? Bist du inspiriert oder bekommst du Selbstzweifel? 
  3. Vergleiche dich nicht mit anderen. Du bist einzigartig und hast deine ganz individuellen Stärken. Wenn du dir darüber noch nicht sicher bist, dann finde sie heraus. Zum Beispiel in einem Coaching.
  4. Wenn du als “Freebie Hunter” unterwegs bist, dann frage dich, welchen Traum du hinterherjagst? WAS genau fehlt dir? WELCHE Antwort versuchst du in den Angeboten zu finden? Gewinne Klarheit darüber und komme ins TUN, nur so wirst du wirklich lernen.
  5. Lehne dich zurück und genieße deine bewusste Entscheidung, Qualität vor Quantität zu setzen. Konzentriere dich auf die wichtigen Menschen und Dinge in deinem Leben. Es muss kein radikales Digital Detox sein, sondern einfach ein bewussterer Umgang.  Natürlich gibt es auch dafür schon ein Wort: Es ist “Joy of missing out” also JOMO STATT FOMO.

Ich hoffe, dass dir meine Informationen und Inspirationen aus Newsletter, Blog und Social Media Post nach wie vor gefallen und du etwas Positives daraus ziehst. Wenn nicht, dann weißt du nun, was du zu tun hast 😉

Bis zur nächsten Woche. Are you ready to shine?

XoXo Nicole


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2 thoughts on “#016 Kündige diesen Blog

  1. Liebe Nicole,
    sehr schön erkannt, auf den Punkt gebracht und zusammengefasst.
    Ich glaube, ich pendle immer zwischen FOMO und JOMO hin und her 🙂 Ich war eigentlich nie FOMO, bis ich mich vor einem Jahr auf FB angemeldet habe. Da eröffnete sich auf einmal eine ganz neue Welt für mich. Ich gebe zu, dass ich streckenweise ganz schön überfordert war mit all den Infos, Challenges, usw. Ist ja auch unglaublich, was man da alles – völlig umsonst- konsumieren kann. Aber ich bin dem Social Media auch sehr dankbar, weil ich auf diese Weise nette Kontakte knüpfen konnte und auch schon tolle Angebote wahrgenommen habe. Und ich gebe offen zu – mein Post bei den Weltfrauen mit den Ice Sun Catchers ist unerwarteter Weise prima angekommen und bis heute waren 555 Herzchen & Daumen und unzählige liebe Kommentare dazu. Das hat mich extrem gefreut! Aber auch die Erfahrung, dass ich anderen damit eine Freude machen konnte, war toll.
    Ich habe wirklich lernen müssen, selektiv die Angebote anzunehmen und ganz klar zu filtern. Ich habe mich auch aus Gruppen ausgetragen, Newsletter wieder abbestellt, wenn ich gemerkt habe, dass trifft nicht das, wonach ich gesucht habe oder ich nutze deren Inhalte doch nicht. Ich bin dann auch gerne Jomo.

    1. Liebe Madlen, genau so ist es. Social Media kann großen Spaß machen und gerade Expats besonders gut zur Seite stehen, wenn man viel allein ist und im “real Life” noch nicht so viele Kontakte hat. Gute Communities sind tatsächlich ein großer Schatz an Wissen, Austausch und ja, manchmal auch einfach an kleinen Dingen, die einen erfreuen. Ich habe auch deinen Post mit den Ice Sun Catchers gesehen (und gelinde 😉❤️)und mich auch daran erfreut. Es ist doch toll, dass man mit solch einem post zahlreichen Menschen den Tag verschönt hat. Schwierig wird es eben erst dann, wenn sich der Alltag nur noch darum dreht, was man postet, wie es ankommt und davon sein “Glück” oder Stimmung abhängig macht. Ich sehe auch eine Verantwortung als Eltern. Wir dürfen auch unseren Kindern ein gutes Vorbild sein, indem wir nicht auf jedes piepen, summen und brummen unserer technischen Geräte reagieren. So wie wir für eine ausgewogene und gesunde Ernährung sorgen, können wir ihnen auch auf diesem Weg den gesunden Umgang mit den Medien zeigen.

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